
+++ PLEMO +++
"Wir raven..." singt Plemo auf seiner neuen Platte "Exzess Express" und es klingt wie eine Liebeserklärung. Alles begann vor etwa fünfzehn Jahren. Damals, als das Extasy noch teuer und Rave auch ohne "New" davor noch neu war, begeisterte sich ein junger Punk aus dem Sauerländischen für die unbekannten, elektronischen Beats. Die Gitarre wurde bei Seite gelegt. Stattdessen besorgte er sich verschiedenste Klanggeräte, verkabelte sie und schon bald legten sich seltsame Melodien über technoide Rhythmen. Auf illegalen Parties gab es die ersten Auftritte. Rave war da und Plemo mittendrin.
Jetzt haben wir 2007. "Rave strikes back" und Plemo bringt ein neues Album auf Audiolith heraus. Er ist inzwischen überzeugter Hamburger, liebt den Hafen und die Küste ("Schiffe fliegen"). Aus dem Techno/Drogen-Sumpf ist er auf halbwegs gerade Bahnen gerutscht, arbeitet seit Jahren in den Clubs der Hansestadt als Tontechniker und begleitete Bands auf Tour als Mischer.
Seine Faszination und Leidenschaft für das Leben der Nacht hat er beibehalten. "We are living for the night" ("DJDJ"). Die durchgetanzten Nächte (und Tage), das verpeilte Miteinander in den Clubs, das Zusammenspiel aus Licht und Musik, welches die Crowd zum Durchdrehen bringt, die geilen DJs, die Sexyness der Körper in Bewegung zu der Musik, sogar der harte, aber gerechte Türmann - all das inspirierte Plemo bei seiner neuen Platte. Wir raven. All night long.
Musikalisch gehen die 13 Traks von EXZESS EXPRESS weit über Techno hinaus. Plemo ist Pop. Zum abgehen. Auch wenn einzelne Songs auf dem Album eine melancholische Stimmung transportieren. Das wird besonders live deutlich.
Wer Plemo einmal auf einer Bühne gesehen hat, weiß was ein "Exzess Express" bedeuten kann. Er fällt, rutscht auf dem Boden, hinein in die Zuschauer. Mit einem irren Blick springt er ruckartig wieder auf und rennt zu einem seiner Synthyseiser, den er dann mit seinen Zähnen bearbeitet. Vielleicht ist seine Show deswegen so gnadenlos irre, weil Plemo seine ersten Band-Erfahrungen in der Hardcore- und Punk-Musik machte.
Wenn Jessica Dorsten (Das Bierbeben) beim Titeltrack die beiden Wörter "Exzess Express" monoton wiederholt und sich die Stimme dann mehr und mehr zu einem euphorischen Kreischen steigert, während der Beat unaufhörlich nach vorne hämmert, spürt man, das der Exzess nur schwer mit Worten zu beschreiben ist. Man muss ihn selbst erleben. Auch wenn es schwer fällt vor die Tür zu gehen, wenn im kuscheligen Zuhause gerade die neue Platte von Plemo erklingt.
web: www.plemo.com
web: www.myspace.com/plemo
web: http://plemo.blogsport.de
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